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wachung erweckt hatte, mochte die drei Burschen zu dem verzweifelten Entschluß verlockt haben.
,, Ausgerechnet an einem Nachmittage", seufzten die Österreicher ,,, da wir dir, Oberst, unser friedliches Treiben hier draußen zeigen wollten!"
Am Abmarschplatz sah sich Bert mit allem Mitgefühl die beiden Ausreißer an: es waren zwei schmächtige, fast zwergenhaft kleine Zigeuner, die nun verzagt und verprügelt, mit rotfleckigen Beulen im Gesicht von den Fäusten der SS.- Leute, beieinander standen und scheue Blicke umherwarfen. Zwei Häuflein Unglück waren sie und nicht mehr, wenn man sie so dastehen sah... und doch hatte der leidenschaftliche Freiheitstrieb ihres Volkes so unbezwingbar in ihnen gewirkt, daß sie ihm trotz der schweren Lagerstrafen nicht hatten wiederstehen können.
Der Kommandoführer brach angesichts des Vorfalles die Arbeit ab, die ohnehin nur noch zwei Stunden gedauert hätte.
Auf dem Rückmarsche ging Bert mit den Kameraden zusammen, die über den Fluchtversuch debattierten.
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, Seien wir froh, daß man die Kerls gleich wieder eingefangen hat", äußerte sich Major Täubler. ,, Denn aufgegriffen hätte man sie bei der kriegsmäßigen Überwachung des Landes und aller Grenzen ohnehin binnen kurzer Zeit, es müßte denn ein Wunder geschehen und jemand unterwegs eine Tarnkappe finden! Wir aber hätten solange auf dem Appellplatze angetreten stehen müssen, bis die Flüchtlinge gefunden wären...."
,, Stimmt!" warf der Baron ein. ,, Erinnert ihr euch noch jenes 12. Februars vergangenen Jahres, wo wir vom Nachmittag an, ohne was zu genießen, bei einer wahren Saukälte die ganze Nacht hindurch stehen mußten, bis die Leute dann in den Morgenstunden zusammenbrachen und erst am Vormittag gegen 10 Uhr die Erlösung kam, als der Fernruf eintraf, daß man den Ausreißer gefangen habe... ja, an jene 16 Stunden werde ich noch in meinem Alter zurückdenken, weiß Gott !"
,,
, Wieder eingefangen hat man sie ja sämtlich, die


