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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
Entstehung
Seite
254
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mohammedanischer Weise.... Und siehe da:einer nach dem anderen lag dort am Rand des Weges bis zu den Wohnblocks entlang, von- den schön vorher einmar- schierten Kommandos abgeworfen und einfach liegen gelassen; Männer in allen Stadien der Agonie: voll- kommen Verendete mit gebrochenen Augen zum Himmel aufstarrend, und noch bei Bewußtsein Befindliche , die sich im Todeskampf wanden und: nicht mehr auf- konnten... nicht anders wie erschlaffte Lasttiere der Wüste.

. Ein wahres Schlachtfeld des Raubbaues am Mit- menschen zog sich da entlang. Und an dieser entsetz- lichen Garnitur des Weges vorbei stampften die groben Tritte der ehemaligen Kameraden.... Niemand, der stehen blieb oder vielmehr bleiben durfte, ja kaum ein Drittel der Vorbeikommenden, die dem Schauspiel über- haupt einen Blick schenkten. Denn weitaus die Mehrzahl sah eben zur Stunde nichts anderes vor ihrem geistigen Auge als die blauen, dampfenden Thermoskessel im Wohnblock und nährte nur die eine Frage, was sie wohl enthalten würden.... Die Toten oder Verendenden interessierte ja. der Fraß nicht mehr; also vorwärts, soll sie. der Teufel holen, morgen können wir ebenso daliegen und verrecken; deshalb nur heute noch einhauen und sich nicht den Appetit verderben lassen

Bert sagte sich im stillen: so unerbittlich rüde der Zuschnitt des Lebens in Flossenbürg gewesen war, dies hier war doch ein neuer Zug für ihn, der nur Dachau eigen war. Und was sich an diesem Vormittage ab- gespielt hatte, gehörte leider nicht zu den Seltenheiten. Tagtäglich vollzog sich das gleiche bei allen Außen- kommandos.

Es machte Bert auch immer stärker den Eindruck, als ob Schnell-Max seinen. Posten als Capo, gerade an dieser Stelle des Lagers, weniger für die eigentliche Arbeit, so gut er sie auch verstand, ausnützte, als für seine Sonderinteressen persönlicher Art. Denn einmal verschwand er lange Zeit in der Totenkammer, dann wieder in der Metzgerei, das nächste Mal in dem großen