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wort Berts auf das Kompliment hin zu erwarten. Doch der Häftling zuckte nur geringschätzig die Achseln und warf ein flüchtiges: ,, Ich wüßte auch kaum, warum sie es nicht mehr tun sollten!" hin. Der Mann war ihm hochgradig unsympathisch.
,, Tja, wie gesagt, genügend Wert", sammelte sich der Kommissar wieder ,,, um von uns, der Gestapo , zu verlangen, diese Zusätze und Notizen durch Sie aufklären zu lassen. Dies mit Ihnen durchzuarbeiten, ist meine hiesige Aufgabe. Mehr wie maximal eine Woche steht mir aber dazu nicht zur Verfügung, wobei ich offengestanden noch etwas von München und dem Isartal sehen möchte"... er sah dabei zu seinem Kollegen hinüber. ,, Wenn Sie uns also keine Schwierigkeiten machen wollen, so kann die Sache in aller Gemütsruhe starten und für beide Teile erträglich werden!"
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Wieder sah er den Häftling erwartungsvoll an, der mit verschränkten Armen vor ihm saß, bis Bert gelassen antwortete: ,, Wenn weiter nichts vorliegt bitte! Die Sache wird mir im Gegenteil nur Spaß machen."
,, Gut denn! Für genügend Rauchtabak bei der Arbeit werde ich sorgen. Und daß die Gegenstände der Akten streng geheim zu halten sind, brauche ich Ihnen nicht erst zu versichern, nicht wahr?- Aber sagen Sie mir..., er gab nun die letzte Reserve des Beamten auf und sah Bert prüfend an: ,, Es kommt mir so vor, Oberst, als hätten Sie enorm eingelegt? Ich finde Sie so schmal aussehend, als ob Sie sich hinter einem Besenstil verstecken wollten, wie man bei uns in Wien gern sagt...."
Man merkt doch gleich, wollte seine Miene dabei bedeuten, daß man sich hier im Traditionsgau der Bewegung befindet. Keine Spur von den Wildwestzuständen, die bei uns in Wien noch immer herrschen, wo jedermann schon blaß wird und kalte Füße bekommt, wenn man sich etwa beim Heurigen in der Weinlaune als Gestapomann zu erkennen gibt. Hier in München weiß die Mehrzahl des Volkes gar nicht mal, was die Ge stapo überhaupt ist idyllischer oder stumpfsinniger
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