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noch jetzt hausen die heutigen Raubritter, zehnmal ärger als ihr es jemals gewagt hättet, zu deinen Füßen, ja, wer im Glutofen solcher Drangsal ausgeharrt hat, der kann auf sich bauen! Leise sprach Bert im Marschieren das Gedicht Otto Julius Bierbaums vor sich hin:, Der Schmerz ist ein Schmied. Sein Hammer ist hart. Von fliegenden Flammen ist sein Herd. Sein Blasebalg bläht. Ein stoßender Sturm von wilden Gewalten. Er hämmert die Herzen. Und schweißt sie mit schweren und harten Hieben zu festem Gefüge. Gut, gut schmiedet der Schmerz...'
Doch um das Behagen voll zu machen, fanden die , Roten' an dem winzigen Bahnhöfchen nicht die erwarteten Viehwagen für ihren Transport vor, die bei den Kältegraden, die trotz des blassen Sonnenscheins herrschten, nicht gerade angenehm gewesen wären, sondern eine lange Kette normaler Personenwagen. Schnell waren beim Kommando: Einsteigen die Plätze erstürmt! Zwei biedere Landsturmposten nahmen mit Flinte, Tornister und Gasmasken in Berts Abteil Platz und waren noch vor der Abfahrt in einen munteren Skat mit Leo und Täubler verwickelt... ohne Zwang fand sich unter dem Zauberstab der Freude, statt der Verhetzung, Mensch zum Menschen und siehe: nicht die Spur einer Kluft trennte sie.
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Nur das Äußere der, Auszügler' war wahrhaft erschreckend: sie hatten Nasen, an denen so wenig Fleisch geblieben war, daß sie richtigen Geierschnäbeln glichen. Tiefe Falten waren zwischen den Augenbrauen und um die Mundpartien herum eingegraben; ihre Muskeln glichen Strickbündeln; die Rippen stachen förmlich durch die pergamentene Haut. So ähnelte fast jeder von ihnen dem leibhaftigen Knochenmanne. Hätte man ihnen noch Sense und Stundenglas in die Hand gedrückt, so wären sie wie geschaffen für ein lebendes Bild des großen Schnitters Tod gewesen, dem sie nur von der Schaufel gesprungen schienen.
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Aber aber: sie hatten das Eine dabei erkennen gelernt, jedenfalls Bert und seine Freunde, daß der Aus


