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Priesterschicksale : Lustrum luxaturae : Erlebnisse, Erinnerungen und Erkenntnisse aus schwerer Zeit (1933 - 1945) / erzählt vom Onkel Klemens
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Mann hier zu tun hätte. Schließlich fühlte er sich selbst unendlich überflüssig und zog ab. Im Hause waren nun über 200 Kinder, Säuglinge, Kleinkinder und Schulkinder, und zwar Knaben und Mädchen. Die Betreuung und Erziehung der Kinder kann nur als vorbildlich bezeichnet werden. ligionsunterricht zu geben war eine geistige Erholung. Nie hatten wir eine Klage, aber täglich neue, frohe Über­raschungen. Ein Festtag im Kinderheim war immer ein Friedensfest, man vergaß Krieg und Not. Das Haus war bis in den letzten Winkel gründlich gereinigt, und die Kin­der traten in strahlender Sauberkeit an zum Gottesdienst oder zum Spaziergang. Über 100 Kinder führte ich oft halbe und ganze Tage durch unsere herrliche Natur, und nie gab es eine Verstimmung oder Unordnung. In Straßburg wur­den wir überall mit großer Zuvorkommenheit aufgenom­men. Die Kinder haben mit ihren schönen Liedern und ihrem freundlichen, bescheidenen Wesen alles bezaubert. Aber sie hatten einen großen, unverzeihlichen Fehler: sie sagten nie ,, Heil Hitler !" Sie wurden zu einer Gefahr des Bezirkes, und so wurde ihnen gekündigt. Es müßte Platz gemacht werden für die Umsiedler aus dem Osten. Da sich trotz eifrigen Suchens kein Heim fand, wurde kurzerhand gedroht:, Wenn das Kinderheim binnen kurzer Frist nicht geräumt hat, wird die NSV die Kinder wegnehmen und in Pflegestellen bringen." Das wollten die guten Schwestern verhüten. Mitten im kalten Februar zogen die Jungen in einer Nacht morgens um 3 Uhr mit ihrem Gepäck nach Ottersweier auf den Frühzug. Ich hatte ihnen bald nach Mitternacht die heilige Messe gefeiert, bei der sie sangen und kommunizierten. Diese nächtliche Prozession durch Glatteis und Schnee blieb nicht verborgen, die Bevölkerung empörte sich und schimpfte weidlich über die Veranlasser solcher Kinderquälereien. In der nächsten Nacht war die hl. Messe für die Mädchen morgens um 3 Uhr. Darauf wur­den sie mit einem Postauto, welches die besorgte NSV nun doch geschickt hatte, an die Bahn gefahren. Zuletzt wur­den die Säuglinge abtransportiert. Es war wirklich eine Flucht nach Ägypten, veranlaßt von einem modernen Hero­des. Die Kinder kamen nach sehr beschwerlicher Fahrt nach Gemmenich im Kreis Eupen, und schon am 12. September 1944 waren sie unter amerikanischer Befehlsgewalt. Wir erhielten noch Nachricht vom Tag des Einzuges der ameri­kanischen Truppen, daß alles gut stehe um das Heim. Und

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