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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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führt wurde. Und das ist mehrere Male der Fall gewesen. Pfarrer Schneider hat diese ganze schmerzensreiche Straße gehen müssen. Un­ablässig befahl SS- Standartenführer Koch seinen Henkersknechten, Pfarrer Schneider zu ,, bewegen", den nun schon zur Prestigefrage ge wordenen Revers zu unterschreiben. Aber die sittliche Idee erwies sich stärker, Pfarrer Schneider unterschrieb nicht. Da ermordete man ihn durch Strophantin- Einspritzungen, und der Kämpfer ging als einer, der wahrhaft in der Gnade war, durch die dunkle Pforte des Todes. Da geschah etwas bis dahin noch nie Dagewesenes. Pfarrer Schnei­ders Gattin durfte ihren Lebenskameraden noch einmal sehen. Koch ließ den Toten feierlich aufbahren und ihn ganz mit Blumen bedecken, damit niemand entdecken sollte, daß hier ein zerbrochener Körper liegt. Als Frau Schneider in der Kapelle war, kam der Mörder ihres Gatten und versicherte sie eines tiefempfundenen Mitleides. ,, Wir ha­ben das Äußerste an ärztlicher Kunst aufgeboten, um dieses kostbare Leben zu retten", sagte er, und nicht einmal rot werden ließ ihn diese ungeheuerliche Lüge.

So gingest du deinen Weg zum bitteren Ende, lieber Pfarrer Schnei­der. Und so stehst du würdig neben den anderen großen Toten Buchen­walds. Neben unserem Reichstagsabgeordneten Walter Stöcker , der wie du ein Mensch in des Wortes vollendeter Bedeutung war. Ich habe mich oft mit Walter Stöcker über Pfarrer Schneider unterhalten und besinne mich recht gut der Worte warmherziger Anerkennung, die er, der kommunistische Reichstagsabgeordnete, für den christlichen Mär­tyrer fand. Auch Walter Stöcker ließ sein Leben in diesem Lager. Jahrelang waren er und Theo Neubauer die führenden Köpfe in Bu­chenwald . Über ihrem Leben stand eine ewige Todesdrohung, aber sie achteten ihrer nicht und waren jede Stunde am Werk, um den Zusam­menhalt der antifaschistischen Kräfte im Lager zu schaffen und ihren Widerstand zu organisieren. Immer und immer kamen die Genossen zu ihnen, Rat und Hilfe in den oft so schwierigen Situationen zu holen, und sie haben aus der Kraft ihrer revolutionären Erkenntnis und der Güte ihres Herzens immer Rat und Hilfe gewußt. Es war Walter Stöcker und Theo Neubauer so selbstverständlich, daß unsere Sorgen ihre Sorgen seien, und wir haben das so selbstverständlich hingenom­men. Niemandem ist eingefallen, daß diese beiden Menschen ja selbst ein solch übermenschliches Maß eigener Sorgen zu tragen hatten und daß keiner ihnen in dieser Not helfend zur Seite stehen konnte. Erst als Walter Stöcker 1939 im Lager starb und Theo Neubauer verlegt

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