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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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diese Genickschußanlage im Pferdestall des Lagers Buchenwald gehen. Siebentausendzweihundert russische Kriegsgefangene allein in Buchen- wald! Siebentausendzweihundert Menschen wurden fabrikmäßig ab- gekillt. Und wieviel waren es in allen Lagern Deutschlands und Europas ? Wieviel waren es, fragt mit Recht die empörte Menschheit aller Na- tionen? Wieviel? Diese Frage darf nie mehr verstummen und muß allen lebenden Nazis und auch allen Deutschen millionenfach in die Ohren gellen. Wir aber werden nie die bestialische vom Stolz geblähte Parole der Nazihenker vergessen:Jede Minute eine Leiche! Ludwig Rusch , Leipzig , Buchenwald -Häftling Nr. 5581

Massenmörder Dr. Eisele

Etwa im Frühjahr 1941, es kann auch schon etwas früher gewesen sein, so genau kann ich mich heute nicht mehr erinnern, bekamen wir nach Buchenwald einen neuen Lagerarzt. Einer von 3 Ärzten. Das Er- scheinen eines neuen Lagerarztes wurde in den Reihen der Häftlinge immer eifrig diskutiert. Hing ja von der Berufsauffassung und Moral eines solchen Lagerarztes das Leben 1000er von Häftlingen ab. Ich habe während der 7 Jahre, die ich in Buchenwald war, im Revier eigentlich nur einen Arzt kennengelernt, der, soweit ich seine Tätigkeit beobachten konnte, sich wie ein Arzt benahm. Man stelle sich vor, einer von 40-50 Ärzten in 7 Jahren. Die anderen alles unbegabte, kor- rupte und verbrecherische Subjekte.

Dieser neue Lagerarzt, SS -Ostuf. Eisele, war der Prototyp des SS- Arztes, also dieser letzteren, der Durchschnittskategorie angehörend.

Im Frühsommer des Jahres 1941 begann Eisele seine verheerende Tätigkeit. Während das ganze Lager auf dem Appellplatz zum Zähl- appell stand, der morgens und abends stattfand, suchte Eisele sich seine Opfer in den Krankensälen. Begonnen hat er mit Tuberkulosen, und bald erstreckte sich diese Auswahl auf alle Kranken, für die seiner Ansicht nach Behandlung und Ernährung zu schade waren. Das heißt Leute, die durch die Arbeitszeit, mangelhafte Ernährung und die bru- tale Behandlung der SS-Wachmannschaften krank geworden waren und für die SS -Bonzen keinen Wert als Ausbeutungsobjekte mehr be- saßen.

Nachdem Eisele in den verschiedenen Sälen seine Auswahl getroffen hatte, wurde ein Saal geräumt(es war ein Saal der unmittelbar neben

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