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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
Entstehung
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räumungsarbeiten. Sie erhielten dabei den konkreten Auftrag, aus zer­störten Häusern für die SS - Führer Spirituosen und die oben angeführ­ten Gegenstände beiseite zu schaffen. Ein besonderer Fahrdienst brach­te die gestohlenen Sachen nach Buchenwald .

Hoven nannte sich von Anfang an Doktor und unterschrieb auch so. Diesen Titel führte er zu Unrecht, deshalb beauftragte er einen Häftling aus der Pathologie, Dr. Wegerer aus Wien , ihm eine erst­klassige Doktorarbeit zu schreiben, für die er seine Entlassung in die Wege leiten wollte. Wegerer löste seine Aufgabe aufs beste, denn für Hoven kam dabei eine I heraus, und man verzichtete auf die münd­liche Prüfung. Das Dritte Reich hat sicher noch manchen derartigen Experten aufzuweisen. Hoven stolperte jedenfalls weiter die Treppe hinauf und wurde Stellvertreter des leitenden Arztes in Berlin .

Wie vielseitig der gute Doktor war, bewiesen folgende Einrichtungen, die ganz privat für ihn auf dem Reviergelände errichtet wurden:

1 Schneiderwerkstatt, 1 Gewächshaus, 1 Kaninchenzucht, nur für ihn arbeiteten 1 Juwelier, 1 Möbeltischler, 1 Uhrmacher und der hol­ländische Kunstmaler Pieck. Milch, Butter und Eier standen aus der Krankenkost für ihn und andere Führer immer und reichlich zur Ver­fügung.

Aus der Menge der Fälle möchte ich zum Schluß noch den Stein­bruch erwähnen.

Der Läufer dieses Kommandos war eine Zeit lang Jupp Högener. Morgens holte er von der Poststelle Pakete für sein Kommando ab. Die Wäschepakete wurden von ihm geöffnet und die besten Stücke entnommen. Die Kommandoführer SS - Oscharf. Höver, Blume, Jä­nisch und SS - Uscharf. Heinrich, von denen jeder einmal das Komman­do Steinbruch hatte, erhielten den größten Teil der Beute. Die erleich­terten Paketbesitzer erhielten für den Verlust leichtere Arbeit ver­sprochen. Sie durften die Latrinen ausräumen. Man sagte ihnen, daß sie sich bei der Arbeit Zeit nehmen könnten. Aber die Fäkalien müßten über die Postenkette geschafft werden. Die Posten seien im Bilde. Den Posten an dieser Stelle sagte man: ,, Passen Sie auf, da hat wieder einer die Absicht zu türmen." Das unglückliche Opfer begann seine Arbeit und wurde ,, auf der Flucht" erschossen. Die Angehörigen wurden dementsprechend benachrichtigt.

Ich möchte noch einmal betonen, daß die vorstehenden Zeilen nur ein paar Episoden sind, die dem Leser noch längst kein lücken­loses Bild von dem Treiben der SS vermitteln können.

Heinz Miẞlitz, Leipzig , Buchenwald - Häftling Nr. 256

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