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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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Auch die Stämme der vielen gefällten Bäume wurden nicht abge­fahren, sondern mußten auf der Schulter weggeschleppt werden. Da gab es Kolonnen von 20-40 Mann, die einen riesigen Eichen- oder Buchenstamm mühsam forttrugen. Die Brocken aus dem Steinbruch wurden bis zum Jahre 1944 in Loren den steilen Abhang hinauf­geschoben. An jeder Lore war ein starkes Seil mit Querstangen be­festigt. Zwanzig bis dreißig Mann zogen an diesen Stangen mit Aufbietung aller Kräfte im Gleichschritt die Lore aus dem Steinbruch in die Höhe.

Ein besonderes Beispiel sadistischer Lust der SS waren die Fuhr­kolonnen. Es gab im Lagerbereich weder Lastautos noch Pferdefuhr­werke, mit Ausnahme der Lieferwagen Weimarer Firmen. Aber es gab hölzerne Kastenwagen, wie sie gewöhnlich für zwei Pferde auf dem Lande Verwendung finden, die von Häftlingen gezogen wurden. Jeder Häft­ling hatte ein Zugband über einer Schulter quer über die Brust, das mit einer Kette an der gemeinsamen Zugkette in der Mitte der Kolonne befestigt war. Einige schoben und andere griffen bei Steigungen in die Speichen der großen Räder. Einer führte die Deichsel und lenkte den Wagen. Mit diesen Wagen mußten Erde und Steine, Ziegel und Zement, Balken und Stämme, Bauteile und Küchenabfälle, kurz alles das trans­portiert werden, was von den Trägerkolonnen nicht geschleppt werden konnte. Es gab im Lager vier solche Fuhrkolonnen. Zu dieser schweren Arbeit wurden von der SS nur solche Häftlinge verwendet, die von ihr als besonders minderwertig angesehen wurden, nämlich Juden und russische Kriegsgefangene. Sie wurden streng beaufsichtigt und häufig bestraft, wenn nach der willkürlichen Ansicht eines SS - Angehörigen die Wagen nicht voll beladen waren, wenn sie zu langsam gezogen wurden, oder wenn die Fuhrkolonne nicht exakt genug grüßte und was dergleichen Dinge mehr waren. Ein Grund zur Bestrafung fand sich immer, und eine Verwahrung dagegen gab es nicht. Dann setzte es Kostentzug, Strafarbeit bis in die späten Abendstunden oder sonntags nachmittags und mehr als einmal Prügelstrafe für die ganze Mann­schaft.

Beim Aufbau des Lagers sorgte die SS in erster Linie für ihre eigene Bequemlichkeit. Der Ausbau des Häftlingslagers wurde hintan ge­halten oder nur nach Schluß der offiziellen Arbeitszeit zugelassen. Da­gegen mußten die SS - Unterkünfte und Wirtschaftsgebäude, die Ka­sernen und die zahlreichen ,, Führerhäuser", d. h. Villen für die SS­Offiziere, die Heizwerke, die Straßen und Fernheizanlagen, der Lager­

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