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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

klärt. Seine einzige Sicherung bestände in der Möglich­keit, die Maßnahmen der Staatsführung zu kontrollieren und diese offen zu kritisieren, wenn er anderer Ansicht ist. Daher erklärt sich ja auch die erschütternde Un­kenntnis der deutschen Menschen, die in diesem totali­tären Staat leben, von den wirklichen Zusammenhängen bei der Entstehung des Krieges.

Der totalitäre Hitlerstaat hat das Führerprinzip einge­führt, das offiziell Gehorsam nach unten und Verantwor­tung nach oben verlangt. Der Fehler war, daß das deutsche Volk sich dieses hat gefallen lassen.

Es ist ein sehr wirkungsvolles Prinzip, dieses Führer­prinzip, aber ein äußerst gefährliches zugleich, denn es gibt bei genauer Befolgung dem Führer des totalitären Staates die Möglichkeit, jede Kontrolle und Kritik an seinen Maßnahmen auszuschalten, und dadurch gibt es ihm eine persönliche Machtfülle von unvorstellbar großem Umfang. Jeder Mensch steht nur vor der Wahl: knechtisch zu gehorchen oder, wenn er in irgend einer Weise opponiert, Freiheit und Leben zu riskieren. Hier­durch wird auch das Gefühl für die persönliche Verant­wortung des einzelnen sehr stark vermindert. Man muß diese Faktoren klar erkennen, jeder einzelne muß es bewußt wissen, wie diese in Wahrheit fürchter­liche Entwicklung zustandegekommen ist. Erst dadurch wird diesen ganzen Vorgängen ihre Gefährlichkeit ge­nommen, und sie werden ausgeschaltet. Das Erkennen der in einem Volke wirksamen Faktoren ist besonders wichtig, wenn eine Kriegsgefahr besteht."

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