FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
hörlich um die Unsicherheit der Tagesprobleme. In solchen Lagen wie in der jetzigen ist die Lagerleitung zu allem fähig. Aber eine Lösung läßt sich nicht erzwingen Die Unsicherheit steht als großes Fragezeichen am Wege unseres täglichen Lebens. und unter ihrem Druck ent- stehen lange Gespräche, nur um den Geist abzulenken, ihn von der lähmenden Drohung für kurze Zeit zu be- freien, die unablässig in stets wechselnder Form über uns hängt. Aber unbewußt münden alle Gedanken in der Zukunft aus, einer friedlichen Zukunft, welcher unsere tiefste Sehnsucht gilt.
„Wenn wir erst Frieden haben“, sagt T., und sein ewig unruhiges, weichliches Gesicht erstrahlt im Widerschein versonnener Verklärtheit.
„Ich werde auf dem Balkone sitzen in einem Korbstuhl und werde nichts tun, als den Sonnenuntergang bewun- dern Denn ich weiß jetzt erst, was ein friedlicher Sonnenuntergang in der gesicherten Existenz einer Familie bedeutet. Und ich werde nie wieder einen Sei- tensprung machen.“ Er sagt es mit einem scheinheiligen Augenaufschlag, der uns ein Lächeln abzwingt Ein Muster an männlicher Schönheit ist der gute Dr. T. wirk- lich nicht!
„Wie stellst Du Dir überhaupt einen Frieden in der jetzigen Gesellschaftsordnung vor?“ fragt Erwin etwas ironisch.
„Frieden ist für mich nicht so sehr ein politisches Problem der Völker als ein psychologisches Problem aller Menschen“, antwortet Dr. T.„Wir stehen ja alle
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