FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
die Bezeichnung Mensch kaum noch paẞt. Er ist das hervorstechendste Exemplar in dieser Sammlung menschlicher Verkommenheit, das durch einen Kindesmörder, der seine eigene Tochter totprügelte, einen Sittlichkeitsverbrecher, ferner einen Großschieber und einen Einbrecher würdig ergänzt wird. Die zwei Politischen sind undurchsichtige, schwere Menschen. Im Kreise dieser menschlichen Fratzen traut keiner dem andern.
Mit hämischem Genuß fällt die Wachmannschaft über mich, den neuen Häftling her. Bisher war ich Soldat, jetzt bin ich ein verurteilter, politischer Verbrecher, ein Staatsfeind! Aber ich bin auf alles gefaßt. Ich muß Aborte reinigen, Treppen scheuern, Geschirr waschen, jede dreckige Arbeit verrichten. Aber ich bin innerlich gehärtet.
Nach einer Woche kommt Pfarrer D. Er holt mich aus der Zelle, denn dort ist ein Sprechen unmöglich. Wir wissen beide, daß es der Abschied ist, und das erfüllt uns mit nervöser Unruhe. Wir stehen an einem Fenster in einem der öden, langen Korridore, von wo der Blick auf den Gefängnishof geht. Dort gehen an diesem grauen Novembertag die Gefangenen mit vier Meter Abstand im Kreis herum, mit müden Schritten, in der üblichen, leicht gebeugten Haltung, die Hände auf dem Rücken. ,, Ich habe nochmals einen Versuch gemacht. Es war alles vergeblich", beginnt der Geistliche. ,, Ihr Abtransport in ein KZ- Lager erfolgt in den nächsten Tagen." Sein Gesicht ist ernster als sonst. Sein besorgter Blick greift mir ans Herz., Werden Sie es durchstehen?" fragt er. ,, Sie
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