FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

Während er mir die Hand schüttelt, sagt er im Tone lächelnder Selbstverständlichkeit: ,, Ich bin gekommen, um Ihnen zum Geburtstag zu gratulieren." Ich verstehe nicht recht.- ,, Ich habe doch im Januar Geburtstag, Herr Pfarrer", sage ich mit leiser Abwehr. ,, Das weiß ich", antwortet er, und die Freude strahlt ihm förm­lich aus den Augen. ,, Sie haben aber heute nochmal Geburtstag", sagt er. ,, Ich habe heute früh auf dem Ge­richt zuverlässig erfahren, daß Ihr Todesurteil zwar be­stätigt, die Vollstreckung aber auf unbestimmte Zeit aus­gesetzt ist. Das bedeutet nach dem hiesigen Brauchtum, daß Sie dem Leben wiedergegeben sind, und deswegen bin ich gleich gekommen, um Ihnen zum Geburtstag zu gratulieren."

Ich muß mich hinsetzen. Der Rückschlag ist zu stark. Es ist ein Wunder geschehen, ein unglaubliches Wunder. Der Geistliche wehrt lächelnd ab, als ich Worte des Dankes stammeln will. Er verspricht mir, in den nächsten Tagen wiederzukommen, denn es ist klar, daß ich hier aus dem Gefängnis abtransportiert werde.

Wir beschließen, meine Angehörigen erst zu benachrich­tigen, wenn ich die offizielle Bestätigung in Händen habe. Nachdem er gegangen ist, bete ich. Dann laufe ich fast eine Stunde in der engen Zelle hin und her.

Pfarrer D. wird sofort Dr. K. telegraphieren. Wie schade, daß er nicht persönlich anwesend ist, daß ich ihm nicht persönlich danken kann!

Es zersprengt mir fast die Brust. Da ich zu keiner ver­nünftigen Überlegung fähig bin, nehme ich ein Buch zur

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