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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
zehn Minuten nach 6, also noch eine Stunde vor dem Wecken.
Ich sehe meinen Kameraden an, sein Gesicht ist schnee- weiß. Er starrt mich mit einem Gesichtsausdruck an, als weilte ich schon nicht mehr unter den Lebenden. Ich höre, wie meine Stimme sagt:„Gut, dann komme ich.“ Mechanisch gehe ich neben der Wache her. Aber sie bringt mich nicht in eine andere Zelle, sondern hinunter in eines der Gerichtszimmer. Ein dicker Kriegsgerichts- rat mit einem weichlichen, nervösen Gesicht empfängt mich. Ich weiß immer noch nicht, worauf das alles hinaus soll.
„Ich habe Sie herunterholen lassen“, sagt er mit einer herablassenden, etwas selbstgefälligen Stimme,„da ich hier eine Stunde warten muß, bis Ihr Zellenkamerad B. zur Hinrichtung abgeführt wird. Sie können sich so lange mit mir unterhalten, da Sie ja doch wach sind.“ Trotz aller Abstumpfung wächst eine Welle der Wut langsam in mir auf. Dieser Mensch weiß ganz genau, was es für einen zum Tode verurteilten Gefangenen bedeutet, wenn er morgens um 6 aus seiner Zelle abgeholt wird Will er sich an meiner Qual weiden? Was will er über- haupt? Einen dienstlichen Auftrag hat er anscheinend nicht. Ich muß mich auf einen Stuhl setzen und die etwas schwülstiger: Redereien über mich ergehen lassen. Aber er spricht ın merkwürdiger Weise immer wieder von Möglichkeiten auch für Gefangene, die schon zum Tode verurteilt sind und bei denen doch irgendwie, unter
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