des

uns

ssor

Uni­

ann

er D.

Kor­

hat.

vor

gten

-be­

er in

ein

Ein

ören,

einer

war­

unser

daß

egen

und rteils

ich

schen

e wie Über­

daß

ein­

ZWISCHEN TOD UND LEBEN

schaltet, allen Stürmen des Lebens, auch der Not der letzten Stunde ins Angesicht schauen und sie überdauern kann. Aber er lächelt nur überlegen und ungläubig. Ich werde ihm zur Seite stehen, soviel ich kann", schließt der Geistliche.

,, Im übrigen habe ich nochmals an Ihre Frau geschrie­ben", sagt er zu meinem Zellengenossen ,,, und ich hoffe bestimmt, daß bald Antwort kommt." Mein Zellengenosse sieht ihn dankbar an, aber er sagt nichts.

Drei Tage später findet wieder eine Tragödie in unserer nächsten Nähe ihren Abschluß. Man hat den Professor der Philosophie, den stolzen, selbstsicheren Wissenschaft­ler, schreiend herausgeschleppt. Als er das Todesurteil verlesen bekam, brach er völlig zusammen. Er hat ge­heult und getobt ein Bild menschlichen Jammers. Unser Pfarrer erzählt uns später, daß es eine der furcht­barsten Hinrichtungen war, an der er durch sein Amt teilnehmen mußte. Der Verurteilte schrie die ganze Zeit. Er mußte an den Todespfahl gefesselt werden und die Augen verbunden erhalten. In den Stricken hängend, schreiend empfing er die Kugeln.

Aber die hier geschilderten Begebenheiten sind nur ein kleiner Teil des furchtbaren Mordens, welches sich täg­lich um uns abspielt. Wenn ich ein vollständiges Bild dieser Zeit wiedergeben wollte, wenn ich schildern wollte, wie ich sie durchlebe und was sich in der Hölle dieser Tage hier im Gefängnis an Todesnot und Grauen, aber auch an furchtbarer Gesinnung und edelstem, menschlichem Wesen abspielt, wenn ich einem Außen­

171