ZWISCHEN TOD UND LEBEN

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die Wache kommt, der eisenbeschlagene Schritt durch den Korridor dröhnt und mich aus dem Schlaf reißt, ist das lähmende Herzklopfen geblieben.

Heute morgen machte die Wache an unserer Nachbar­zelle halt. Ein junger, feiner Mensch wurde erschossen. Er war stolz darauf, sechs Kameraden davon überzeugt zu haben, daß Hitler ein blutiges, amoralisches Phänomen sei, indem er Hitlers ,, Mein Kampf " widerlegte. Der Sechste war ein Denunziant. ,, Wenn mein Vater doch endlich stolz auf mich wäre", hatte er noch vorgestern zu W. und mir im Luftschutzkeller geäußert. ,, Man muß sich moralisch beleidigt fühlen, wenn solche Leute einen regieren."

Nur einen Tod sind wir schuldig! Es ist ein Glück. Aber W. hat mich gelehrt, daß man über Hochmut und Ver­achtung Reue empfinden muß. Nur wenn ich mich mei­nem Schicksal auf eine ganz neue Art stelle, wenn ich alles, was der Herr schuf, auch das Niedrige und Ge­meine, in die Ordnung meines Lebens hineinnehme, ohne daß es Herrschaft über mich gewinnt, kann ich aus den Händen meines Schöpfers die Kraft und Gnade empfan­gen, die meinen Weg durch die grausame Wildheit meiner jetzigen Tage hindurchführt. Kommt hinterher ein Erwachen? Eine ewige Ruhe? Nur das Herübergehen erscheint unheimlich. Aber ich weiß jetzt, daß der menschliche Geist in seiner Unzulänglichkeit den Über­gang in das Ewige nur unter der Gnade Gottes ertragen kann, daß alles Tun Gottes ist.

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