FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

Wir schweigen erschüttert. Ich sehe W. an und bin be­troffen über seinen Gesichtsausdruck. Sein Gesicht ist wie von einem inneren Licht erhellt.-

Die Tage verrinnen im eiligen Gleichmaß der Zeit. In der sommerlichen Hitze der ersten Julitage hat der riesige Steinbau des Gefängnisses so viel Wärme aufgespeichert, daß wir auch nachts kaum erfrischt werden. Während ich unter dem dumpfen, lastenden Druck der Ungewiß­heit mein Leben mechanisch dahinlebe, während mein Zellengenosse in Erwartung des Todes täglich unirdi­scher wird, fühle ich langsam und stark in mir die Über­zeugung wachsen, daß alles Stürmen gegen das Schick­sal, alles Rechten und Hadern sinnlos ist, daß mir aber ein Weg bleibt, mich unter den Frieden und die Gnade meines Schöpfers zu stellen.

Ich bin schon wieder in der Lage, Freude zu empfinden über Freundlichkeiten der Menschen; ich bin dankbar für jedes noch so kleine Geschenk, und ich fühle, daß ich in dieser Überzeugung mein Schicksal tragen kann und tragen will. Aber alles spielt sich fast wie hinter einem Schleier ab, den vielleicht die Menschen, mit denen ich in Berührung komme, gar nicht bemerken. Wenn aber wieder Leidensgenossen, zu denen ich in persönliche Be­ziehung getreten bin, erschossen werden und die Er­schießungen finden nach einer unbekannten Gesetz­mäßigkeit fortgesetzt statt-, ist es mir, als wenn ich am hellen Tage aufwache und in einen Abgrund schaue. Aber der Abgrund hat sein Grauen verloren, ich kann ruhig hineinschauen. Nur wenn morgens um 6 Uhr

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