‚ge zu
ieder- Nähe
noch heute
ZWISCHEN TOD UND LEBEN
vier Wochen von Angesicht zu Angesicht vor dem ewigen Gott zu stehen.- ‚Ja, Herr Pfarrer‘, hat er geantwortet, ‚dann muß ich mich jetzt wohl zum erstenmal mit Gott befassen.‘
Ich brachte ihm ein Neues Testament und verschiedene Schriften und freute mich, wie er auf dem Wege christ- licher Erkenntnis Fortschritte machte. Als ich nach ein paar Wochen wieder zu ihm kam, gab mir Dr. R. das Neue Testament zurück.
‚Ich brauche es nicht mehr‘, sagte er. ‚Ich habe Nachricht
bekommen, daß ein Bekannter von mir mit Dr. Sauer- bruch in Verbindung getreten ist, und dieser fährt nächste Woche zu Hitler . Hitler weiß ja nicht, was hier alles vor sich geht. Er kann es ja nicht wissen. Aber wenn Professor Sauerbruch mit ihm gesprochen hat, dann ist meine Befreiung sicher.‘
„Ich warnte ihn“, fährt der Pfarrer fort,„er solle nicht allzu sicher sein, weil nach meinen Erfahrungen Hitler jedes Todesurteil unterzeichnet. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, daß er dankbar sein müsse, sein Verhältnis zum Schöpfer zu klären. Er hörte nicht auf mich. Gestern erfuhr ich, daß das Todesurteil für ihn bestätigt war. Ich wollte heute zu ihm gehen, aber es war zu spät. Er brach zusammen unter der zusammenbrechenden Welt des Verstandes, auf die er gebaut hatte, und erhängte sich letzte Nacht. Man trug ihn gerade fort, als ich herauf- kam. Ein Mensch, der mehr an Menschen glaubte als an Gott .“


