FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
pflichtung zu den ihnen gestellten Aufgaben fehlt, wurde der Staat mehr und mehr ein Ausbeutungsobjekt dieser anfangs nur kleinen, aber brutalen Gruppe. Allzuleichte Anfangserfolge wirkten in der gleichen Richtung.
Aber wie sehen die Menschen aus, die nun plötzlich so viel Macht in Händen haben? Klein und verächtlich sind sie im Inneren ihres Herzens, und da sie ohne Ehrfurcht sind, sogar die Menschen verfolgen, welche Gottes Wort höher stellen als ihre unmoralischen Befehle, so versagt auch die Stimme ihres eigenen Gewissens. Aber die Men- schen des Volkes sind wie berauscht, denn ihre Führer schlagen sie mit der teuflischen Gewalt ihres Wortes immer erneut in ihren Bann, zaubern mit dämonischer Kraft Bilder und Versprechungen einer gesicherten, friedlichen Entwicklung in der Zukunft nach der augen- blicklichen Krise, die das Volk durch Einsatz seines Lebens erst zu überwinden verpflichtet sei. Aber im Inneren ihres Herzens sind die Männer, die das Schicksal an die Macht gebracht hat, längst der Versuchung zum Opfer gefallen, die mit so viel Macht verbunden ist.“
W. schaut einen Augenblick sinnend vor sich hin. Dann spricht er mit unpersönlicher Stimme weiter.
„Die Angst, wieder zurückfallen zu müssen in den Zu- stand kleinbürgerlicher Existenz, wo die meisten der jetzigen sogenannten Führer früher ihr von dumpfer Aussichtslosigkeit erfülltes Dasein hinschleppten, mischt sich mit der Gier, immer mehr aus den unerschöpf- lich scheinenden Hilfsquellen des Staates an sich zu raffen, treibt sie immer tiefer in den Zustand von
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