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FERN UND EWIG.LEUCHTET FRIEDEN

Aber oft nehmen die Gespräche dann eine Wendung, die gerade auf dieses Thema führt.

Der tägliche Rahmen unseres Lebens hat sich auch in dieser Abteilung nicht geändert. Aber hier ist wieder etwas hinzugekommen, was das Leben in Minsk so unge- heuer belastete und was in den letzten Wochen aus mei- nem Leben verschwunden war. Fast jeden Morgen kommt das Vollstreckungskommando, und wenn früh um 6 Uhr der eisenbeschlagene Schritt auf den Steinfliesen des Ganges ertönt, dann liegen die Gefangenen unter der Todesdrohung zitternd, apathischh mit wildem Herz- klopfen, den kalten Schweiß auf der Stirn und horchen, an welcher Zelle der Schritt halt macht; denn dieses Halt bedeutet den Tod, den Tod noch vor Beginn des Tages. Die Stunde bis zum Wecken um 7 Uhr ist gerade ge- nügend, um die aufgeregten Sinne zu meistern. Der Vor- mittag vergeht dann mit allen möglichen Verrichtungen, in denen der tägliche Spaziergang, der zwischen 9 und 12 Uhr stattfindet, das Rasieren, das jeden dritten Tag ein Friseur vornimmt, und zwischendurch die Beobachtung der Gefangenengruppen auf dem Hof eine Rolle spielen. Letzteres, um wieder festzustellen, wer am Morgen hin- gerichtet worden war.

Mittags um 12 Uhr gibt'es den üblichen halben Liter Suppe. Ich habe keinmal während meiner Gefangenen- zeit etwas anderes bekommen! Nach dem Essen folgt eine kurze Ruhepause zum Schonen der Kräfte.

Eine besondere Bedeutung liegt auch in der Möglichkeit, sich im Krankenrevier dem Arzt vorführen zu lassen. Es