FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

So muß ich mich von meinem Freunde H. trennen. Es fällt mir sehr schwer. Doch hoffe ich, ihn gelegentlich des Fliegeralarms wieder zu sehen. Seine stille und selbstlose Art, sein klares Gottvertrauen haben mir in den kurzen Wochen viel gegeben.

Ich komme auf einen anderen Korridor, werde dort in eine Einzelzelle gesperrt. Blitzartig steht die ganze Un- sicherheit meiner Lage erneut vor mir. Glücklicherweise kommt am nächsten Tag Pfarrer D. Er nimmt schon in meinem Denken einen derartigen Platz ein, daß allein die Tatsache, daß er durch die Zellentür tritt und mich mit seinen frohen, zuversichtlichen, stets optimisti- schen Worten begrüßt, mir alle Dinge weniger schwer er-

scheinen läßt. Er beruhigt mich sehr.Es war ein glück-.

licher Zufall, daß Ihre Papiere noch nicht da waren, als Sie hier eintrafen; erst jetzt weiß die Gefängniskomman- dantur, daß Sie schon verurteilt sind, und da mußten Sie natürlich in diese Abteilung hinein. Mir war klar, daß man Sie hierher umgruppieren würde. Aber ich habe dem Kommandanten natürlich nichts gesagt.

Der Pfarrer lacht vergnügt.Es war, glaube ich, ganz gut für Sie, daß Sie einige Zeit mit H. in der gleichen Zelle gehaust haben.

Er mustert mich gründlich.Ja, Herr Pfarrer, er hat mir sehr geholfen und mich auch innerlich weiter gebracht. Aber ich habe eine Bitte. Ich halte es nicht aus, jetzt wieder allein in einer Zelle zu liegen. Können Sie mir helfen, daß ich wieder mit jemand zusammenkomme? Ich muß jemand haben, mit dem ich sprechen kann.

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