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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
Weile gewähren, aber dann offenbarte sich doch sein kleiner Geist, und er hetzte ihm die Gestapo auf den Hals. F. nahm also hier im Gefängnis Unterkunft. Gleich am zweiten Tag besuchte ihn der katholische Gefängnis- pfarrer, der nicht wußte, ob F. katholisch wäre.„Treten Sie ruhig ein, Herr Pfarrer“, sagte F. zur Begrüßung,„ich bin durch Martin Luther bestens auf Sie vorbereitet.“- Der Geistliche verstand Humor und lachte sehr.
Da man F. nichts Direktes nachweisen konnte, wurde ihm Abhören von Feindsendern vorgeworfen. Der Vor- sitzende des Gerichtes war sich darüber klar, daß es sehr schwierig sein würde, sich gegen F.s Dialektik durchzu- setzen. Er begann also seine Vernehmung sehr vorsich- tig: ‚Angeklagter, Sie sitzen abends am Radio!‘- ‚Ja‘, sagt F. scheinheilig. ‚Sie hören den Deutschlandsender!‘ - ‚Ja‘, bestätigt F. ‚Und jetzt wollen Sie den Berliner Sender hören!‘ ‚Ja‘, wiederholt F. gehorsam. ‚Und da drehen Sie ganz, ganz langsam an dem Knopf... und dann kommt‘- ‚Hören Sie auf‘, ruft F. abwehrend dazwischen, ‚Sie machen das wohl täglich! Sie sprechen anscheinend aus Erfahrung!‘- Der ganze Richtertisch lachte laut los, und F. wurde freigesprochen.“
Die Welt des Gefängnisses ist für einen Augenblick ver- gessen, der Humor hat sie besiegt, aber nur für einen Augenblick, denn da heulen die Sirenen Entwarnung, und wir werden truppweise in unsere Zellen zurück- geführt.
„Weißt Du, so ein gutgläubiger, persönlich bestimmt sauberer Typ wie der Herr v.G. erschüttert mich ganz
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