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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

dazu bei, meine innere Haltung zu den Fragen des Lebens entscheidend zu beeinflussen.

Der Sommer liegt über dem Land. Es ist der fünfte Kriegssommer. Auf dem Gefängnishof ist es jetzt wäh­rend des Mittags brütend heiß. Der riesige Backsteinbau des Gefängnisses hat sich so voll Hitze gesogen, daß wir auch nachts kaum Kühlung empfinden. Und sonntags finden auf dem großen Sportplatz hinter der Gefängnis­mauer Aufmärsche und Feste statt, deren Lautsprecher­musik uns in den Ohren gellt und eine schauerliche Be­gleitung bildet zu den menschlichen Tragödien, die hier täglich ihren Abschluß finden, zu dem Unmaß von Leid und Not.

Es ist wieder einmal Fliegeralarm. Aber noch sind die Feindflugzeuge fern. Wir sitzen im Keller in einer klei­nen Gruppe, ich selbst zufällig neben Professor K. Nach längerem Schweigen fragt H., wohl um nur irgend ein Thema anzuschneiden, über die Zusammenhänge seines Prozesses. Professor K. funkelt seinen Nachbarn durch die Brille an. Es ist der lange, hagere Gutsbesitzer v. G. aus Ostpreußen . Man kann sich keine größeren Gegen­sätze denken als diese beiden, die hier wegen des gleichen Vergehens angeklagt sitzen. Der kleine, dickliche Pro­fessor mit dem etwas verwahrlosten Äußeren, die ver­körperte Intelligenz, und der etwas müde Aristokrat, ein ehrlicher, fast etwas steif korrekter Mann alter Schule, etwas zurückhaltend, unbewußt mißtrauisch gegenüber seiner Umwelt, aber doch mit dem Gepräge einer gewissen Würde und Grundanständigkeit. Als dritter

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