Druckschrift 
Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
Entstehung
Seite
135
Einzelbild herunterladen

EN

arm. Eilige angenen ab,

maske und chen darin, coßen, nicht. werden, in mist streng verhindern.

n getroffen. Wachregi­entüren be­ängniskom­vierhundert rklich nicht

er zu über­ewehre sind inenpistolen

ährten auf­erger, etwas er zum Tode H. flüstert

t schon von bevorsteht.

an ihm zum ger genom­Anwesenheit

tzt versucht

ZWISCHEN TOD UND LEBEN

er alles, um ein neues Verfahren für ihn durchzusetzen. Aber er hat wenig Hoffnung."

Während wir leise flüstern, hört man nur das Geräusch der Schritte der Posten, die gelangweilt und gespannt zugleich die Gefangenen beobachten. Ab und zu gibt das aufgestellte Rundfunkgerät Meldungen über die Annähe­rung feindlicher Flugzeuge. Noch stehen sie ziemlich weit südlich. H. fährt in seiner Erklärung fort: ,, In der Ecke neben der Tür, der dunkle Mann mit dem klei­nen Schnurrbart ist ein Arzt R. Er hat zu seinem Nachbar über den Zaun gerufen: Der Krieg ist doch verloren. Dieser hat ihn denunziert, und nun ist er in erster Instanz zum Tode verurteilt. Schräg hinter ihm sitzt Professor K. Er hatte einen Lehrstuhl für Philoso­phie. Jetzt schreibt er seit einem Jahre an einer Abhand­lung über Zarathustra ."

Ich hatte Professor K. schon durch das Zellenfenster im Hof spazieren gehen sehen. Jetzt, aus der Nähe, über­wiegt der Eindruck scharfer Intelligenz die offensicht­liche Verwahrlosung seines Äußeren.

Doch H. muß sein Gespräch abbrechen. Die Flugzeuge sind näher gekommen und der Angriff beginnt. Erst später haben wir uns bei den über hundert Fliegerangrif­fen, die ich in dem Berliner Gefängnis miterlebt habe und die mit dem Steigen des Jahres immer häufiger und schwerer wurden, solange ruhig weiter unterhalten, bis der Angriff direkt in unserer Nähe war. Aber zu einem der späteren, tiefgründigen Gespräche am Rande des Seins kommt es heute nicht. Alles wirkt noch zu fremd.

135