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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

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lehnt. Alle diese Männer muß man ständig in Bewegung setzen und für einen Fall interessieren, wenn man die Todesurteile und ihre Vollstreckung eindämmen will." Er sieht mich mit hintergründigem Blick an. ,, Natürlich muß er mit dieser Ansicht sehr vorsichtig umgehen." Zwei Stunden später kommt der Gefängnispfarrer noch­mals vorbei. Mit derselben lächelnden Freundlichkeit teilt er mir ganz kurz mit, daß irgendwelche Akten oder Entscheidungen über mich bei der Kommandantur des Gefängnisses noch nicht eingetroffen sind. Er wird in den nächsten Tagen mit dem Sondergericht Verbindung auf­nehmen. Das Telegramm an meinen Anwalt will er heute abend noch absenden. ,, Und vergessen Sie nicht, daß wir noch zusammen auf die Hasenjagd gehen werden!"

Dann sind wir wieder allein. Ich habe starkes Herz­klopfen. Hier war ein Mann in mein Leben getreten, einer von den seltenen Menschen, die ganz instinktiv ausgleichend und beruhigend wirken, allem Unsauberen weit aus dem Wege gehen. Ein Mensch wie aus einer anderen Welt, aufrecht und schlicht, der mein ganzes weiteres Schicksal maßgebend beeinflussen konnte. Das Gefühl freudiger Erleichterung und Dankbarkeit ist so stark, daß ich H. die Hand schüttle. Zwar war mir durch die Besprechung die unmittelbare Todesgefahr wie­der klar vor Augen gerückt, aber ein Hoffnungsstrahl hat nach den Tagen der Apathie und Verzweiflung die dunk­len Schatten durchdrungen, welche mich zu überwäl­tigen drohten.

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