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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
zu klären. Er wird auch beim Sondergericht Erkundigun- gen einziehen.
Dann muß ich ihm aus meinem Leben erzählen. Da er auch Schwabe ist, interessiert er sich sehr für meine Jagderinnerungen in den schwäbischen Gefilden. Statt der vorgesehenen zehn Minuten hat unsere Besprechung fast eine Stunde gedauert. Der Pfarrer hat sich einige Notizen gemacht. Sein Gesicht wird immer ernster: Aber als er aufpricht, ist sein ganzes Wesen wieder beherrscht von Optimismus.
„Sie werden sehen‘, sagt er zum Abschied,„wir gehen noch zusammen auf die Hasenjagd!“
Nachdem der Pfarrer gegangen ist, spreche ich noch lange mit H. Sein Gesicht strahlt:„Das war wieder mal echt unser Pfarrer‘, sagt er.„So war es bei mir auch damals. Mit der größten Selbstverständlichkeit packte er meine Lage an, und zwei Tage später hatte ich einen der besten Verteidiger Berlins , Dr. H., dessen Verteidigung von Pfarrer Niemöller Weltberühmtheit erlangt hat.
Mein Prozeß wird in den nächsten Wochen stattfinden. Pfarrer D. hat auch da seine Hand im Spiele. Jetzt warte ich auf die Vernehmung. Die Einstellung des Oberkom- mandos der Wehrmacht und dessen Unterordnung unter die Parteithese kennt er genau. Sie fordert gemäß den Befehlen der obersten Parteiführung die Vernichtung aller politischen Gegner. Der Pfarrer ist der Überzeugung, daß man gegen diese Gerichtsbarkeit mit allen zu Gebote stehenden Mitteln angehen muß. In jeder Dienststelle ist mindestens ein Mann, der innerlich dieses System ab-
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