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ZWISCHEN TOD UND LEBEN
ner, ungepflegter Mann mit schwammigem, häßlichem Gesicht, dem ein Paar schmale, aus dicken Augensäcken hervorschauende, dunkle Augen, intelligent und kampf- bereit, hinter einer scharfen Brille das Gepräge gaben. Aber diese Menschen sollten in voller Deutlichkeit erst später durch die weiteren Schicksale im Gefängnis mir nahegebracht werden.
Augenblicklich habe ich nur die eine Idee, wie ich das Telegramm an meinen Anwalt befördern könnte. Einen Brief habe ich schon an ihn abgeschickt. Aber die Beför- derung der Briefe dauert sehr lange, da sie erst noch durch die Zensur des Gefängnisses gehen müssen. Die Frage löst sich am Nachmittag von selbst.
Plötzlich steht der Gefängnispfarrer in der Zellentür. Er ist mittelgroß, glattrasiert. Aus dem klaren, offenen Ge- sicht, dessen hohe Stirn von intensiver geistiger Arbeit zeugt, blickt er mich mit einem prüfenden, gleichsam ab- wartend verhaltenen Blick an. Er begrüßt mich mit der freundlichen Gelassenheit des weitgereisten Menschen, als wenn wir unsirgendwo zufällig auf dem Kurfürstendamm träfen. Aber nach ein paar einleitenden Worten sind seine Fragen präzis und klar. Er setzt sich zu uns an den kleinen Tisch, nachdem er mir ganz nebenher ein paar Zigaretten gegeben hat. Seine angenehme und bestimmte Art er- weckt sofort Vertrauen. Ich muß ihm kurz, aber erschöp- fend berichten über den Stand meines Prozesses, über meinen Anwalt und die Maßnahmen, die dieser seit meiner Verurteilung unternehmen will. Er verspricht, noch heute Nachmittag beim Kommandanten meine Lage


