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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

Untergrundbewegung arbeitet auch hier irgendwie, denn der Nachrichtendienst funktioniert hier genau so ausge­zeichnet wie in Minsk . Aber mein Zellengenosse H., zu dem sich schon am ersten Tage eine Verbindung von Mensch zu Mensch findet, kann mir keinen Wächter nennen, dem man ein solches Telegramm anvertrauen dürfte. Auch hier herrscht Spitzeltum und Denunziation. Wir schweigen einen Augenblick. Deutlicher habe ich den Unterschied gegen das Leben im Minsker Gefängnis nicht gespürt als jetzt. Wir denken zu zweien und wir können diese Gedanken unaufhörlich austauschen. Da wir als Menschen am Rande der Ewigkeit stehen, ist die Maske der Konvention gefallen. Der Mensch hat ange­sichts des Todes nicht mehr das Interesse, vielleicht auch nicht mehr die Fähigkeit, sich anders zu geben, als wie er wirklich ist. Es ist beglückend zu wissen, daß man nicht mehr allein wie ein Tier auf der Lauer zu liegen braucht, daß ein Mensch alle Beobachtungen und Ein­drücke miterlebt, und diese veränderte und erleichterte Mechanik des äußeren Daseins ergibt neue und unge­ahnte Möglichkeiten für den gequälten und innere Hilfe suchenden Geist, sich zu erheben und Wege zu suchen durch die Dunkelheit des Daseins in ewiges Land, in ewiges Licht.

Gewiß, die drohende Nähe des Todes ist die gleiche wie in Minsk . Die Tatsache, daß ich nicht sofort nach meiner Ankunft hingerichtet worden bin, ändert nichts daran. Ich bin vollkommen überzeugt, weiter in äußerster

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