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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
Entstehung
Seite
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

welt, die Welt des Grauens und der Not auf mich, wäh-

rend ein mürrischer Wächter mich in das große Gefäng-

nisbuch einträgt. Meine beiden Begleiter haben es plötz-

lich sehr eilig. Sie verlassen grußlos den Raum, nachdem

sie meine Begleitpapiere übergeben haben. Ein paar} nichtssagende Bemerkungen sind alles, was wir den | ganzen Tag an Unterhaltung getauscht haben.

Es kostet mich ungeheure Anstrengung, aber ich be-

Tore schließen sich hinter mir, bevor ich vor der Zellen- tür stehe. Er schaltet das Licht ein, ehe er aufschließt. Ich traue meinen Augen nicht, als ich in eine Zelle, geführt werde, die im Vergleich mit Minsk fast luxuriös wirkt. Nicht nur, daß mir gleich neben dem Eingang ein Waschgeschirr und ein Eimer auffallen und daß ein Tisch

Sinn all zwinge mich soweit, daß ich den Wärter fragen kann, ob ksal rückt für mich etwas Besonderes vorliege. Es ist ja eigentlich . Sirenen N sinnlos, denn der Mann kann gar nichts wissen.Ich 5 F werde im Geschäftszimmer anfragen. Die Anfrage er- art gibt nichts.# = er Der Wärter geht mit einem Schlüsselbund mit mir auf s BR der den matt erleuchteten Gang. Noch zwei schwere, eiserne k

ahnhof 8° mit zwei Hockern drin steht. Das Entscheidende ist, daß

den inne zwei Bettpritschen übereinander stehen, die mit buntem, gt schon grobem Bettzeug ausgestattet sind. In dem unteren Bett 3 Zu einem liegt ein jüngerer, blasser Mann mit dunklen Haaren. Der' Wärter schließt die Tür und schaltet das Licht aus. Durch P: tige Eise ein vergittertes Fenster wirft ein schwacher Mond im N peben gi Widerschein mattes Licht. Langsam und schwer arbeiten ei wie 7 meine Gedanken. Wenn etwas gegen mich beschlossen Gefänge? Y

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