FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
Draußen ist Ruhe eingetreten. Aber während hier die Menschen sitzen und man ihnen die Erleichterung nach der qualvollen Spannung ansieht, weiß jeder von ihnen, daß draußen irgendwo die Hölle rast, in zerschmetterten Schuttmassen Menschen um ihr Leben ringen, Lösch- trupps und Hilfsmannschaften in letzter Gefahr gegen die übermächtige Lohe kämpfen, die die Kriegsfurie über Menschen ausgießt.
Wieder zwingt sich mir die Frage nach dem Sinn all dieses Grauens auf. Doch mein eigenes Schicksal rückt drohend in greifbare Nähe. Draußen heulen die Sirenen Entwarnung.
Wir schieben uns mit unseren Handkoffern wieder auf den Bahnsteig. Die elektrische Schnellbahn, dieser dumpf jagende Pulsschlag Berlins , bringt uns nach der Lehrter Straße . Ein kurzer Weg durch verdunkelte Stra- ßen, von Norden her gespenstisch erhellt durch eine riesige Feuersbrunst, deren Widerschein alles silhouet- tenhaft umreißt. Und drohend reckt sich das Massiv des dunklen Gefängnisbaues vor uns auf!
Mechanisch bin ich den ganzen Weg vom Bahnhof ge- sangen. Mit allen Mitteln rede ich mir zu, um den inne- ren Halt nicht zu verlieren, den ich vielleicht schon in der nächsten Stunde so dringend brauche. Zu einem Fluchtversuch habe ich nicht die Kraft.
Schwer und dumpf schließen sich zwei gewaltige Eisen- tore hinter mir, die mich wieder aus dem Leben der denkenden und fühlenden Menschen entführen. Wie ein eisernes Band legt sich die Atmosphäre der Gefängnis-


