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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

durchgesehen, ich selbst einer Körpervisitation unter- zogen. Ein paar Minuten höchster Spannung, während

. ieh möglichst gleichgültig tue. Die Partisanenkarte, mein

Geld im Mützenfutter wird nicht gefunden. Nach allem, was ich selbst erlebt habe, macht die Tatsache der Kör- pervisitation keinen Eindruck mehr auf mich. In diesem Falle fühle ich mich doch sehr erleichtert, als sie vor- bei ist.

Dann bringt uns ein Kraftwagen zum Flugplatz, wo ein dreimotoriges Transportfiugzeug bereits wartet. Mecha- nisch lasse ich mir ein Fallschirmgurt verpassen, mecha- nisch steige ich in die Maschine und erhalte einen Platz neben einem Fenster. Meine Begleiter sitzen hinter mir. An der offenen Luke, wo der Platz für ein MG. ist, wird eine Wache mit einer Pistole eingeteilt, ein Feld- webel, der auch auf Urlaub fährt.

Nach dem leichten Regen, der bisher herrschte, bricht jetzt die Sonne durch. Eine frühlingsstarke Sonne, welche das Wasser in den Pfützen des aufgeweichten Flugplatzes aufblitzen läßt, während bis an den Horizont

die ganze Umgegend mit einem Schlage scharf und klar

in das Blickfeld gerückt wird. Die Hallen, ein paar Flug- zeuge, die Flugwachen auf dem Dach des Kommando- gebäudes, der nicht weiter aufregende Betrieb auf einem Flugplatz im rückwärtigen Frontgebiet. Die Motoren sind anscheinend schon abgebremst, der linke Seitenmotor beginnt plötzlich aufzuheulen, die Maschine dreht fast auf der Stelle in Richtung auf die Startbahn. Während die anderen Motoren ihren tiefen Brummton zunehmend

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