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ZWISCHEN TOD UND LEBEN
gegenüber zugeben, daß mir der Begriff der christlichen Religion, so wie ihn unser Pfarrer mir vorlebt, fast unerreichbar scheint. Wie hatte er diesen Weg gefunden? Denn daß es der richtige Weg ist, fühle ich instinktiv, ohne darüber nachdenken zu müssen. Doch mein Grübeln ist vergeblich, ich komme zu keiner Klarheit.
Die Tage vergehen in unruhiger Spannung. Ich lerne die Karte auswendig, so daß ich sie mit allen Zeichen aus dem Gedächtnis aufzeichnen kann.
Von G. höre ich nichts mehr. Er ist mit einer Reihe von anderen Gefangenen zum Schanzen auf einem Flugplatz in der Nähe, von wo die Gefangenen abends nicht zurückkommen. Was man in Rußland so in der Nähe nennt, etwa dreißig Kilometer entfernt!
Der blonde Harry, der alle drei Tage kommt, hat auch keine Neuigkeiten mehr für mich.
Von meinem Anwalt kommt ein Brief über den Pfarrer. Aber er teilt nur seine glückliche Rückkehr in die Heimat mit. Alles scheint still zu stehen, während die Zeit unerbittlich verrinnt. Es sind jetzt fast vier Wochen seit dem Prozeß, und nach dem normalen Rhythmus konnte im ungünstigsten Falle die Bestätigung des Urteils jetzt schon täglich erfolgen. Meine Nervosität steigert sich, nachdem der blonde Harry eines Tages nicht mehr zum Rasieren erschienen ist und ich nach vieler Mühe erfahre, daß er wegen Begünstigung der Gefangenen denunziert worden ist. Die Spannung wird so unerträglich, daß ich glaube, sie nicht mehr lange ertragen zu können. Der Pfarrer hat mir auf seinen Vorschlag ein Neues
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