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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
irgendwelchen Gegenständen vorbei. Zu meiner Zelle wirft sie keinen Blick.
Ich habe ein Gefühl der Zufriedenheit und stehe unter dem Eindruck, daß hier kein Verrat mit mir getrieben wird. Als der Pfarrer nachmittags kommt, teilt er zwar meinen Enthusiasmus nicht, aber er macht auch keine Einwände. Ich gebe ihm den Brief an meinen Anwalt. Ich weiß nicht, ob ich ihn noch einmal sehen werde, denn mit meinem Abtransport muß ich nach der mir übermit- telten Warnung aus der Schreibstube täglich rechnen. Ich danke ihm für seine selbstlose Hilfe und für die Lebensmittel, die er mir wieder wie stets mitgebracht hat.
„Ihr Schicksal ruht in Gottes Hand wie unser aller Leben. Vergessen Sie es nicht. Der Mensch denkt und Gott lenkt. Sie haben einen starken Lebenswillen, aber glauben Sie nicht, und es wäre merkwürdig, wenn es anders wäre, daß Ihr Geschick schon zu Ihren Gunsten entschieden ist. Jedenfalls dürfen Sie nicht damit rech- nen. Ich wünsche es Ihnen. Was ich dazu helfen kann, werde ich tun, daß Sie Ihren Weg zu Gott finden. Erst in seiner Hut werden Sie alles tragen können, was Ihnen das Menschenleben noch aufgibt.“ Sein Blick ruht voll ehrlicher Freundlichkeit auf mir, während er mir zum Abschied die Hand drückt.
Ich schaue ihm etwas betroffen nach. Es ist wahr, nach den Ereignissen des Tages, die mich so gefangen nahmen, steht die ganze drückende Last, die Unsicherheit meines Schicksals fast drohend wieder vor mir. Ich muß mir
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