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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

Testament gebracht. Aber ich bin nicht mehr fähig, zusammenhängend zu lesen. Die dauernden Hinrichtun­gen, die ich durch die Todeszelle neben mir erlebe, sind eine steigende innere Belastung.

Endlich, am 26. April, tritt eine Neuerung ein, durch die ich wieder etwas belebt werde. Die Verurteilten werden nicht mehr in der Zelle rasiert, sondern an einem Platz in der Nähe der Wachstube, so daß sie von der Wache dauernd kontrolliert werden können.

Ein freudiger Schreck durchfährt mich, mein Erstaunen ist nicht gering, als ich zum erstenmal dorthin hinauf­geführt werde. Mit schläfrigem, gleichgültigem Gesicht steht der blonde Harry zum Rasieren bereit!- Dem Him­mel sei Dank! Mir fällt ein Stein vom Herzen. So war also mein eigener Partisanenplan auch nicht verraten. Die Wache paẞt zwar auf. Aber Harry kann mir zuflüstern, daß ich mich bereithalten soll. Alle verfügbaren Gefan­genen müßten für einige Tage zum Schanzen gestellt wer­den, und die Untergrundgruppe wolle versuchen, mir bei dieser Gelegenheit eine Fluchtmöglichkeit zu den Russen zu verschaffen.

Von nun an entwickeln sich die Dinge sehr rasch. Ich bin froh, daß endlich eine Entscheidung kommen soll. Aber diese Freude ist nur von kurzer Dauer. Wieder ist es ein Sturz von der Höhe trügerischer Hoffnung, den zu ertragen fast an die Grenze meiner inneren Kräfte geht. Nachdem ich die Nacht kaum geschlafen habe, kommt am nächsten Morgen um 7 Uhr der Gefängniskomman­dant und teilt mir mit, daß ich auf Befehl des Sonder­

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