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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

Dinge wandern bestimmt nicht wieder in die Küche zurück. Rasch verschwinden die Wurstbrote und Zigaret­ten in meiner Tasche. Mein Kamerad hat sie nicht mehr nötig mein Kampf ist noch nicht ausgekämpft, und ich werde alle Kraft brauchen, um ihn weiterzukämpfen. Einen Augenblick durchzuckt mich der Gedanke, daß ich es vor einer Woche noch nicht fertiggebracht hätte, die übriggebliebene Henkersmahlzeit eines Freundes zu ver­zehren. Aber muß ich nicht meinen Weg weitergehen? Im Waschraum frage ich G. nach den Partisanen, wäh­rend ich ihm auf seine Bitte eine von den soeben erwor­benen Zigaretten gebe. ,, Du mußt Dich jetzt jeden dritten Tag rasieren lassen", sagt er. ,, Wenn der blonde Harry kommt, sprich offen mit ihm. Frag ihn nur nach seinem Namen. Im übrigen-", er legt den Finger auf die Lippen. Wir werden getrennt.

Am Nachmittag kommt ein unbekannter Soldat zu mir. Der Wächter kündigt ihn mit gleichgültiger Stimme an. ,, Der Friseur ist da", dann läßt er uns beide allein. Der Mann, der vor mir steht, ist mittelgroß, untersetzt, sehr stämmig, seine rötlichblonden Haare stehen stachlich um das glattrasierte, nichtssagende Gesicht. Die kleinen, etwas wässerigen Augen verleihen ihm fast den Aus­druck einer gewissen gutmütigen Schläfrigkeit, die im Gegensatz zu dem schmallippigen Mund über dem fast brutal erscheinenden Kinn zu stehen scheinen.

Meine Sinne sind ganz wach. Ich frage ihn nach seinem Namen. ,, Ich bin der blonde Harry", sagt er mit einem merkwürdigen Unterton ,,, mein richtiger Name ist Harry

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