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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

arbeiten, schreiten sie nicht dumpf und schwer wie die Menschen dieser Erde, es ist, als ob sie von einer unsicht­baren Kraft getragen werden, die ihnen gleichzeitig ihre Bewegungen vorzuschreiben scheint. Vielleicht sind es die Gefilde der Seligen!, fährt es mir durch den Sinn.- Frieden auf Erden? Ist der Mensch auf dieser grau­samen und habgierigen Erde überhaupt fähig zu denken, was wahrer Frieden ist? Warum ist kein Frieden auf Erden?-

Während ich in einem Zustand bin, von dem ich nicht klar weiß, ob ich wache oder schlafe, werde ich durch eisenbeschlagene Schritte auf dem Gang in die Gegen­wart zurückgerufen. Die Wache schließt die Zellen auf und schaltet das Licht ein. Als ich zum Waschen heraus­gehe, bleibe ich einen Augenblick vor der Todeszelle stehen. Vielleicht hat mein Zellennachbar dort noch etwas liegen gelassen, vielleicht eine Nachricht für mich? Ich sehe die Wache am Ende des Ganges mit dem Rücken zu mir gewandt vor einer Zelle stehen. Rasch trete ich in die Todeszelle. Eine Zelle wie jede andere liegt vor mei­nen Blicken. Aber nichts deutet darauf, daß mein Kamerad etwas für mich hinterlassen hat. Da bleibt mein Blick auf dem Tisch haften. Dort steht ein Teller mit drei Wurstbroten, daneben eine Flasche Bier mit einem Glas und sechs Zigaretten- die Henkersmahlzeit sehe ich zum erstenmal leibhaftig vor mir. Wenn mein erschossener Kamerad mir auch nichts hinterlassen hat, diese letzte Wegzehrung, die er nicht angerührt hat, hätte er mir bestimmt gegönnt, mir eher als dem Wärter; denn diese

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