FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
sprochen. Nur nachts hatte er ein paarmal aufgeschrien. Als am übernächsten Tage, morgens
um
war,
halb 6 Uhr der bekannte Schritt der Wache ertönt und in der Nähe meiner Tür langsamer wird, schlagen mir die Zähne wie in einem Frostschauer zusammen. nachdem mein linker Noch eine Stunde hinterher, nachdem Nachbar in die Todeszelle gebracht worden bin ich wie in kaltem Schweiß gebadet. Es ist ein Glück für ihn und auch für mich, daß er sich innerlich mit seinem Schicksal abgefunden zu haben scheint, daß er es gleichsam willenlos über sich ergehen läßt. In dieser kraftlosen, letzten Stunde seines Lebens gelingt es auch dem Gefängnisgeistlichen nicht mehr, die Flamme des Gottvertrauens in ihm zu entzünden. Ich konnte ihm nicht einmal ein paar Abschiedsworte mehr sagen, so rasch war alles gekommen. Aber ich hatte schon früher versprochen, seine Familie zu grüßen.
Zum erstenmal klingt eine leise, aber deutlich vernehmbare Mahnung in mir auf, daß ich mich dem Leiter aller Geschicke anvertrauen müsse, dessen unerforschlicher Ratschluß uns alle auf diesen Weg des Leides geführt hat. Wie eine Vision steht ein Bild vor mir auf- ich sehe ein sonnenbeschienenes Land vor mir erstehen, Menschen leben dort, aber es sind keine Menschen dieser Erde, denn in diesem Lande herrscht ewiger Friede. Leise Musik tönt im Rauschen des Windes, der durch die Kronen ehrwürdiger Bäume streicht. Menschen arbeiten auf den Feldern. Ihre Gesichter sind rein, gleichsam von innerem Licht verklärt, und während sie gehen und
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