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ZWISCHEN TOD UND LEBEN
einen für mich gibt.“ Er verspricht, mir Nachricht zu schicken.
Am Nachmittag besucht mich der Gefängnisgeistliche. Auch mein Verteidiger will noch einmal kommen. Er hat erst am folgenden Tage die Möglichkeit zurückzufahren. - Der Pfarrer ist von einer aufnahmebereiten Freundlich- keit. Er dringt nicht weiter in mich, aber ich fühle, daß er weiß, was in mir vorgeht, daß er den Sturm kennt, der in mir tobt. Wieder hüllt mich in seiner Gegenwart das überzeugende Bewußtsein ein, daß er mir zur Seite stehen wird, und dieses Bewußtsein tröstet und erquickt. So findet mich mein Anwalt in verhältnismäßiger Ausge- glichenheit vor, als er sich am Nachmittag von mir verab- schiedet. Vor diesem Abschied empfinde ich naturgemäß etwas Furcht. Mein Anwalt ist der einzige Mensch, der mein Schicksal noch zum Guten wenden kann. Mein Ver- trauen zu ihm ist felsenfest. Ich erzähle ihm von meiner Absicht, zu den Partisanen zu flüchten. Er scheint über das Phantastische dieses Planes keineswegs erstaunt zu sein. Nachdem er mir ein kleines Paket mit belegten Broten und die heißersehnten Zigaretten in die Hand gedrückt hat, nötige ich ihn, sich auf meinen Platz für Besucher, den Hocker, zu setzen, während ich selbst mich auf meinen wellenförmigen Strohsack niederlasse. Wir haben eine ungestörte halbe Stunde, die wir seiner ge- schickten Behandlung der Wärter verdanken. Nach kur- zem Sinnen, währenddessen ich mir eine seiner Zigaretten anzünde, nimmt er zu meinem Plan Stellung.
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