FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
als vorher. Irgendwie bin ich mit ihnen auf eine neue Weise verbunden. Wir sind alle auf der Brücke zwischen Tod und Leben, obwohl unsere Haltung im einzelnen ganz verschieden ist.
Wenn ich damals gewußt hätte, daß dieser Zustand des Wartens für mich noch weit über ein Jahr anhalten sollte, ich glaube, ich wäre innerlich zerbrochen. Aber ein gnädiges Geschick hat es mich nicht wissen lassen. Manchmal erkenne ich mit Erschrecken, wie ich unter dem lastenden Druck innerlich abstumpfe, bei voller Anteilnahme an den Schicksalen meiner Kameraden innerlich härter werde. Dabei ist der Begriff der Kame- radschaft nach wie vor der einzige Gradmesser der Men- schen hier, an dem die äußeren Umstände nicht rütteln können. Nur nach ihm werden die Menschen gewertet, und das edle Licht gegenseitiger Hilfsbereitschaft leuchtet als vielleicht einzige, wahre Tugend über dieser Stätte des Grauens. Sie ist auch für mich die einzige
Hoffnung. Nur durch die Kameraden kann der Weg zur,
Freiheit führen. Dieser Weg aber bedeutet zahlreiche andere Gefahren, denn er kann nur zu den Partisanen, dem Feinde führen.
Gleich am ersten Morgen nach dem Prozeß bitte ich G., mir eine Verbindung zu den Partisanen zu verschaffen, auf welche sich ein Fluchtplan aufbauen läßt.„Das wird für Dich der Rubikon sein“, flüstert er mir zu.„Stimmt“, antworte ich,„jeder hat irgendwann im Leben seinen Rubikon. Aber wir müssen erst mal wissen, ob es hier
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