nun den Fußstapfen der Großen und glaubte, auch ihrerseits den Beweis dafür erbringen zu müssen, daß sie ebenso grausam und gemein sein könne, wie ihre älteren SS.- Schar- und Hauptscharführer und SS.- Offiziere.
Ein Beispiel aus vielen: einer dieser SS. - Jünglinge warf sein Taschentuch auf den Grünstreifen. Dann befahl er einem in der Nähe arbeitenden Juden, das Taschentuch zu holen.
Der Jude gehorchte und betrat den Grünstreifen, der SS.Jüngling riẞ den Karabiner hoch, ein Knall und der Jude war tot.
Am anderen Tage hörte ich, wie er einem Kameraden sagte: ,, Du, ich habe gestern einen von den Juden erschossen, erschieß Du doch auch einen!"
Der andere fragte zurück, wie er das gemacht habe. Darauf berichtete er: ,, Ich habe mein Taschentuch auf den Grünstreifen geworfen und als der Jude den Grünstreifen betrat, habe ich ihn abgeschossen. Natürlich habe ich gemeldet, daß ich ihn auf der Flucht entdeckt und sofort erschossen habe."
Der andere SS .- Mann machte es nun ebenso und rief seinerseits einen Juden, ihm sein Taschentuch zu holen. Der Jude antwortete: ,, Das darf ich nicht, erst gestern wurde einer meiner Kameraden erschossen, weil er den Grünstreifen betreten hatte."
Darauf reißt der SS.- Jüngling den Karabiner hoch und schoß den Juden nieder. Er meldete dann, er habe den Juden wegen Befehlsverweigerung erschossen.
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Verflucht sei das Hakenkreuz!
Um diese Zeit hatte ich einen Genossen aus der KPD .Jugend auf der Stube. Ich war zu dem Jungen wie ein Vater zu seinem Sohn. Manchmal habe ich dem Jungen, der so schön singen konnte, gesagt: ,, Sing uns doch noch einmal das Lied vom blonden Kind am Rhein ." Er fing dann an zu singen: ,, Grüßt mir das blonde Kind am Rhein und sagt, ich käme wieder."
Dieser Junge hatte eines Tages an der Arbeitsstelle eine Zigarette geraucht. Er wurde dabei unglückseligerweise vom Kommandoführer, dem SS .- Oberscharführer Vogelsberger beobachtet und erwischt und am Abend beim Einrücken am Jourhaus zur Seite gestellt. Da an diesem Abend keine sonsti
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