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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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Wenn die Nacht kam und in der Stadt jenseits der Gettomauern Schweigen herrschte, wurden die Straßen des Gettos lebendig. Die Menschen in den Bunkern standen auf und krochen aus der Tiefe hervor. Das Verlangen nach Tageslicht ließ sich zwar nicht befriedigen, aber man konnte wenigstens frische Luft schöpfen.

Auch die Kämpfer standen auf, um ihre Tätigkeit zu beginnen. Eine Menge war zu erledigen. Die dünne Suppe mußte ausgeteilt werden, und Späh­trupps, Patrouillengänger und Kampfgruppen er­hielten ihre Befehle. Manchmal entdeckten wir ein Telefon, das noch funktionierte, dann suchten wir, die Verbindung mit unseren Kameraden außerhalb der Mauern aufzunehmen. Verlassene Bunker wurden nach Lebensmitteln durchsucht.

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Jede Nacht streiften Juden, die aus den dunklen, stickigen Unterständen herausgekommen waren, auf der Suche nach ihren Familien und Freunden durch die Straßen, und jede Nacht sahen wir, wie rasch sich unsere Zahl verringerte. Das Getto schrumpfte rasch zusammen. Der Hunger und die Entdeckung eines Bunkers nach dem anderen durch deutsche Patrouillen forderten ihren Zoll. Deutsche Soldaten pflegten sich bei Nacht in einem Winkel der Ruinen zu verstecken und nach Stimmen und Zeichen von Tätigkeit zu lauschen. Auf diese Weise spürten sie unsere Bunker auf. Dann kamen sie und erzwangen sich Eingang. Überall lagen die Leichen unserer Kameraden verstreut. Ich fürchtete mich, bei Nacht umherzugehen, aus Angst, auf sie zu

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