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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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Hier saßen wir nun, unsere nutzlosen Waffen neben uns, umringt von den Tausenden, die voller Spannung auf ein Wort der Hoffnung warteten, von uns, den letzten verzweifelten jüdischen Kämpfern. Es war klar, daß wir es ohne Lebensmittel, Wasser und Löschgerät nicht lange inmitten des tobenden Flammenmeers würden aushalten können.

Irgendein Ausweg mußte gefunden werden, aber wo und wie? Ein junger Bursche erzählte uns, er wisse einen Weg, der durch die unterirdischen Ab­zugskanäle aus dem Getto in den nichtjüdischen Teil der Stadt führe. Einen Augenblick lang wirkte diese Zuversicht ansteckend. Aber was sollte das nutzen? Da es draußen niemanden gab, der uns aufnehmen würde, war das der sichere Tod. Man kam einfach aus dem einen Feuer in ein anderes. Dennoch beschlossen wir nach einer langen Dis­kussion, einen Versuch zu wagen. Fünf nicht jüdisch aussehende junge Leute wurden ausgesucht, um zusammen mit dem Führer den Rettungsweg zu erkunden. Sollte einer von ihnen zurückkommen, dann wollten wir uns entscheiden. Sie zogen los. Und das qualvolle Warten begann.

Kinder weinten, die Schwachen stöhnten, und man konnte sehen, wie die Flammen näherrückten. Von einer Gruppe von Kämpfern drang leiser Gesang zu uns her. Ein Glückspilz kam mit einem Stück Brot, belagert von Hunderten, die wenigstens eine Krume erhaschen wollten. Stunden vergingen. Um ein Uhr morgens kehrten zwei von den Kund­schaftern zurück, ein Führer und Tovyah Buschi­

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