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Hinter Gittern : Gedichte / von Otto Müller
Entstehung
Seite
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18.9

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Die kreuzen sich, als wollte weben Die Nacht ein Licht- und Schattenband.

Wir sitzen, schicksalhaft verbunden, Erzählen von vergang'nen Stunden, Von uns'rem Streben uns'rem Ziel. Vom Glück, das uns das Leben schenkte, Vom Leid, das un're Herzen kränkte, Von Zukunftshoffnung, Ernst und Spiel.

Dazwischen klingt gedämpft und leise Ein Lied getrag'ne alte Weise, Ein Windhauch der in Saiten spielt. So klingt's in uns'ren Herzen wieder Es wird der schöne Sinn der Lieder So tief wohl nimmermehr gefühlt.

Es kreuzen sich im Schicksalsweben Hier Fäden gleich die Menschenleben. Es fliegt das Schifflein her und hin, Das schnell und unlösbar verbindet, Was gestern fremd noch, morgen schwindet, Vergebens fragst du nach dem Sinn.

Ein Menschenleben mag versinken Millionenfach im Tod ertrinken, Das Schifflein wandert ohne Ruh. Es webt seit altersgrauen Zeiten Ein Band und webt's in Zukunftsweiten Aus Licht und Schatten immerzu.

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