Druckschrift 
Hinter Gittern : Gedichte / von Otto Müller
Entstehung
Seite
30
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Ein kleines Fleckchen Sonnenschein, Das auf dem Zellenboden zittert, Das einzig dringt zu mir herein Durchs Fenster eisenstabvergittert.

II.

Als Bote kam in meine kalte Zelle

Ein Brief von dir, von deiner lieben Hand, Führt mich in meines Gartens Blütenland Und über meines Heimes schmale Schwelle.

Fühl mich umflutet von der Liebe Welle, Die ihren Weg zu meinem Herzen fand, Das Dunkel drinnen siegend überwand. So glücklich sitz ich nun in ihrer Helle.

Der Kinder Lachen klingt in meinen Ohren Und Kinderhände schlingen sich zum Tanz, Der aus der Unschuld reinen Lust geboren.

Still liegt die Welt im Abendsonnenglanz Und meine Augen schauen traumverloren Der nahen Berge duftigblauen Kranz.

IV.

Klinge, Abendglocke klinge! Breite deines Klanges Schwinge Mahnend über Wald und Flur.

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