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Hinter Gittern : Gedichte / von Otto Müller
Entstehung
Seite
19
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ht.

sein!

acht

ein

le.

Velzheim

Dach.

verhüllt.

iner Pein

Mein Denken und mein Fühlen ganz erfüllt. Ich starrte an die dunklen Zellenwände. Und hilfesuchend fanden sich die Hände.

Noch schwangen die Gestalten aus dem Traum Sich drohend durch das Zellendunkel hin Und griffen fühllos wühlend mir ans Herz. Sich drängend füllten sie den engen Raum. Sie sagten, daß ich schlecht und häßlich bin Und freuten grinsend sich an meinem Schmerz Sie zerrten Bild auf Bild vor meine Seele Und aufgeschrieben fand ich jede Fehle.

Wenn ich auch flehend meine Hände hob Und widerklagend mich verteid'gen wollt, Sie gaben grimmig Wort auf Wort zurück Kein Drohen half mir, daß der Spuck zerstob. Die Bilder, die sie vor mir aufgerollt Entzog kein Augenschließen meinem Blick. So lag ich da von wilder Qual zerfressen. Im Tod nur sah ich Ruhe und Vergessen.

Was ist das Leben ohne das Gefühl,

Wohl fehlend, doch im Grunde gut zu sein. Wenn zaudernd auch, doch strebend stets voran Aufblickend nach dem hochgesteckten Ziel, Das leuchtend lockt mit seiner Strahlen Schein, Das höher führt, wenn auch auf schwerer Bahn. Das Ziel, daß auf der schönen Mutter Erde Gerechtigkeit für alle Menschen werde.

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