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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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aus ihren Zellen geholt und an die Marterpfähle geführt. Während die Weihnachtslieder der Nazis durch das Dritte Reich klangen, wurden im Konzentrationslager Sachsenhausen die beiden Flücht­linge an die Marterpfähle gehängt, mit den Köpfen nach unten und den Füßen nach oben.

Durch den starken Wind bewegten sich die hängenden Körper der beiden Flüchtlinge hin und her und schlugen gegen die Spitzen der hervortretenden Nägel. Nacht für Nacht während der Weihnachtstage wurden diese unmenschlichen grausamen Folterungen durchgeführt. Zeitweise, wenn das Heulen des Windes nachließ, hörten wir die wahnsinnigen Schmerzensschreie unserer gefolterten Kameraden. Die Weihnachtstage 1937 werden allen politischen Gefangenen des Konzentrationslagers Sachsenhausen in lebenslänglicher Erinnerung bleiben.

Im Draht hängengeblieben

Unaufhörlich prasselt der Regen vom Himmel des naẞkalten Oktobertages. Dreimal waren wir schon bis auf die Haut durch­näßt gewesen, und dreimal hatte der kalte Oktoberwind unsere nassen Kleider am eigenen Leibe wieder getrocknet. Aber an vorzeitiges Einrücken war gar nicht zu denken. Die politischen Gefangenen mußten bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur draußen im Freien arbeiten, und wenn sie dabei auch zugrunde gingen.

36 000 Bäume mußten gefällt und ausgerodet werden, damit das große Konzentrationslager Sachsenhausen erstehen konnte. Der grausame Tyrann und Lagerführer Weißenborn kannte keine menschlichen Gefühle. Unerbittlich war sein Handeln, und wenn die Gefangenen bei der Arbeit verreckten wie die Tiere; ein­gerückt wurde erst bei Sonnenuntergang.

Eintausend

Als der kalte Oktoberwind zum dritten Male unsere nassen Lumpen getrocknet hatte, gellten plötzlich die Alarmsirenen, und nun mußten wir einrücken. Im Laufschritt eilten die einzelnen Arbeitskommandos zum Tor und nahmen dann Aufstellung auf dem großen Appellplatz. Dunkle Wetterwolken am Oktober­himmel fegten über die Köpfe der zehntausend Häftlinge, nichts Gutes verkündend.

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Und dann wurde uns das tragische Geschick eines unserer Kameraden bekannt. Schon seit drei Jahren befand er sich in Gefangenschaft, und in einer verzweifelten Stimmung war er in den mit elektrischem Strom geladenen Stacheldraht gelaufen und war hängengeblieben. Der verzweifelte Kamerad war auf der Stelle sofort durch den elektrischen Strom getötet worden. Drei Tage mußte der verkohlte Leichnam in dem Draht hängen­bleiben, als abschreckendes Beispiel für die anderen Gefangenen.

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