Druckschrift 
Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
Seite
33
Einzelbild herunterladen

dkranken an seinem Stunden Lager ein­

sgenossen Konzentra­apo lautet.

geheiratet. Mädchen noch nicht er an der schrieben: eine große

er unseres

kompanie ung wurde gefahren. ins Revier

ne Pflege

t, um nach Ungeduld

ihm eine

ke wieder

nach dem und ziehe nem Blick ine Frau!" erkranken schweren ach kurzer

niger Blick r auf dem Tumen des

fgehört zu

n Baracke Cameraden.

das letzte sich meine und meine erstorbenen

e weilende

An meine blonde Angelika!

Als ich Dich sah im Frühling das erstemal, warst Du ein Mädchen von kaum achtzehn Jahr. Deine blauen Augen und Dein blondes Haar, Dich suchte ich schon lange, Angelika. Wir fanden uns und wurden ein glücklich Paar, wir beide, Du und ich, wir beide, Angelika. Doch zu schnell war zu Ende das schöne Jahr, da gaben zum Abschied wir beide uns die Hände. Das nächste Jahr war lang und nahm kein Ende, da schriebst Du mir einen Brief zur Jahreswende. Lieber Mann, wann kommst Du endlich nach Haus? In der Wiege schreit nach Dir die kleine Maus! Da liegt mit blauen Augen und blondem Haar so lieb und fein unsere liebe, kleine Angelika!

Der blitzende Tannenbaum und sieben große Marterpfähle

Ein scharfer und schneidender Nordostwind fegt durch das Konzentrationslager Sachsenhausen. Mitternacht ist längst vor­über, aber tausende politische Gefangene wälzen sich unruhig auf ihren Lagerstätten hin und her. Sie können nicht ruhig schlafen, denn durch das Heulen des Windes hört man deutlich das schmerzliche Stöhnen menschlicher Stimmen. Die unruhig Schlafenden wissen, woher dieses Stöhnen rührt.

Es ist Weihnachtszeit 1937, und am Weihnachtsvortag mußte ein Trupp Gefangener vor den Häftlingsbaracken auf dem großen Appellplatz einen großen Tannenbaum aufstellen. Selbst eine große Anzahl elektrischer Lampen wurden an dem Tannenbaum angebracht, und bei Anbruch der Dunkelheit strahlte der Tannen­baum in feenhafter Beleuchtung. Gegenüber diesem strahlenden Lichterbaum standen sieben fünf Meter hohe dicke Pfähle. Durch diese Pfähle waren von oben bis unten lange Nägel geschlagen, die zwei Zentimeter lang auf der anderen Seite der Pfähle hervor­ragten.

Die Gefangenen wußten, was diese Pfähle zu bedeuten hatten. Der Lagerführer Weißenborn hatte es ja vorher laut genug verkündet. Im Oktober waren sieben Gefangene geflüchtet und zwei von den Flüchtlingen waren ihren Häschern wieder in die Hände gefallen, das war kurz vor Weihnachten gewesen. Die SS­Banditen wollten sich rächen für die Verzweiflungstat der sieben Flüchtlinge.

Und so kam der Weihnachtsabend 1937 heran. Lagerführer Weißenborn hatte schon am Vormittag ohne jeden Grund alle Juden in die Strafzellen sperren lassen. Nach Einschluß der Ge­fangenen wurden die beiden wieder eingefangenen Flüchtlinge

3 Schutzhäftling 409

33