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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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Ein letzter Gruß an Angelika

Keuchend und schwer geht der Atem unseres todkranken Kameraden Heinz Peters. Schon stundenlang sitze ich an seinem dürftigen Lager und versuche, ihm über die schweren Stunden hinwegzuhelfen. Erst vor einigen Tagen ist er im Lager ein­geliefert worden. Es ist ihm wie so vielen unserer Leidensgenossen gegangen. Erst drei Jahre Strafe verbüßt und dann ins Konzentra­tionslager abgeschoben, wie der Fachausdruck der Gestapo lautet. Kurz vor seiner Verhaftung im März 1933 hatte er geheiratet. Neun Monate später hatte ihm seine Frau ein kleines Mädchen zur Welt gebracht. Kamerad Heinz hatte das Kind noch nicht gesehen, aber mit allen Fasern seines Herzens hing er an der blonden kleinen Angelika, denn seine Frau hatte ihm geschrieben: ,, Deine kleine Maus ist genau so blond und rank wie deine große Angelika!"

Der durch die lange Haftzeit geschwächte Körper unseres Heinz Peters war den harten Anstrengungen in der Strafkompanie nicht gewachsen. Schon zwei Tage nach seiner Einlieferung wurde er auf der Schubkarre von der Arbeitsstelle ins Lager gefahren. Da er noch keine 37 Grad Fieber hatte, durfte er nicht ins Revier gebracht werden. Am Tage lag er nun einsam und ohne Pflege in der Baracke.

Ich hatte mich heimlich von der Arbeitsstelle entfernt, um nach dem kranken Kameraden zu sehen. In fieberhafter Ungeduld tasten seine Hände über die Bettdecke. Ich versuche, ihm eine Erfrischung zu reichen, aber entkräftet sinkt der Kranke wieder auf sein Lager zurück. Suchend tasten seine Hände nach dem Brustbeutel, ich helfe ihm dabei, öffne den Brustbeutel und ziehe einen vom Schweiß durchtränkten Zettel heraus. Mit einem Blick auf den Zettel flüstert der Kranke mir zu: ,, Gruß an meine Frau!"

Trotz eigener innerer Unruhe versuche ich den schwerkranken Kameraden zu trösten und abzulenken von seinen schweren Gedanken, aber es will mir nicht recht gelingen. Nach kurzer Pause wird der Kranke wieder unruhiger. Sein unruhiger Blick gleitet immer wieder zu dem schmutzigen Zettel, der auf dem Schemel liegt. Dann noch einmal ein kurzes Aufbäumen des kranken Körpers, und dann hat der Kamerad Peters aufgehört zu leben.

Schon seit zwei Stunden sitze ich in der einsamen Baracke und halte stille Totenwacht bei dem verstorbenen Kameraden. Unschlüssig halten meine Hände den schmutzigen Zettel, das letzte Vermächtnis des teuren Toten. Allmählich beginnen sich meine Gedanken wieder zu regen. Ich entfalte den Zettel, und meine Augen lesen die kleinen Verse, den letzten Gruß des verstorbenen Freundes und Kampfgefährten an seine in der Ferne weilende Frau:

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