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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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darauf die wehrlosen Menschen in Kellerlöcher gesteckt, ohne Nahrung und Wasser. Die Scharführer Bläser und Schmitz stopfen unter Schlägen den Gefangenen Staufferfett und Schmierseife in den Mund, um Geständnisse zu erpressen, oder sie zwangen die Wehrlosen, drei bis vier Salzheringe aus der Tonne zu essen und pferchten sie dann in enge kleine Schränke. Die Gequälten bekamen dann tagelang nichts zu trinken und litten fürchterliche Durstqualen.

Der Nazi- Polizeipräsident Veller von Wuppertal kannte alle diese Grausamkeiten seiner Leibgarde, aber er unternahm nichts, um diese Scheußlichkeiten zu beseitigen.

Die SA- Besatzung des Lagers machte die ganze Umgegend unsicher durch ihre planmäßigen Raubüberfälle auf die dort wohnende Bevölkerung. Gefangene wurden nachts aus den Betten geholt, auf Autos verladen und mußten dann unter vorgehalte­nen schußbereiten Pistolen Diebstähle ausführen. Diese Diebs­beute verteilten die braunen Diebe unter sich.

Erst als die Dinge zu toll wurden, griff die Obrigkeit ein und schloß das Lager. Die politischen Gefangenen wurden aber nicht entlassen, sondern nach den Moorlägern überführt.

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Hoffentlich lese ich bald ihre Todesanzeige

So lauteten die Abschiedsworte des stellvertretenden Lager­kommandanten, als mich zum zweiten Male die Lippstädter Folterknechte in der Kemna abholten. Ich wurde wieder ins Auto verfrachtet und zum Wuppertaler Polizeipräsidium gefahren. Aber der ,, fromme Wunsch" des stellvertretenden Lagerkomman­danten ging nicht in Erfüllung. Bis heute konnte er meine Todes­anzeige noch nicht lesen.

Als die schwarzen Folterknechte mich im Polizeipräsidium ein­lieferten, bekamen sie Krach mit dem dortigen Leiter der Gestapo , dem Herrn Petrotti. Der Herr Petrotti forderte mich als sein Opfer, und er siegte bei dieser Auseinandersetzung. Die zähneknirrschenden SS - Leute mußten ohne mich wieder nach Lippstadt abdampfen. Vor ihrer Abfahrt drückten sie mir Blei­stift und Schreibpapier in die Hände mit dem Vermerk, sie kämen bald wieder, und in der Zwischenzeit sollte ich meinen ,, Lebens­lauf" schreiben.

Diesen gewünschten ,, Lebenslauf" habe ich selbstverständlich nie geschrieben. Später benutzte ich dieses Schreibmaterial, um gegen die schwarzen Folterknechte den Strafantrag zu stellen bei der Staatsanwaltschaft in Arnsberg .

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