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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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um die Gespräche der Gefangenen zu belauschen. Der Innenhof des Gefängnisses ist rechtwinkelig gebaut, und die ihn umgeben­den Gebäude sind sehr hoch. Der Widerhall und das Echo ist daher in diesem Hof sehr stark.

Schon in aller Frühe des Tages ertönten in diesem Hof die gegenseitigen Morgengrüße der Gefangenen. Von Zellenfenster zu Zellenfenster fand der Austausch der neuesten politischen Ereignisse statt, und dann der Gesang der Freiheitslieder. Irgend­wo in einer Zelle begann es, und brausend setzte der Gesang sich fort von Zelle zu Zelle. Dumpf und schwer erklangen jeden Tag die Weisen vom Kampf und sieghaften Ausharren bis zum Tage der Befreiung.

Gegen diese singenden Demonstrationen der politischen Gefangenen waren die Wachtmeister und die reaktionäre Justiz­verwaltung machtlos. Alle Drohungen der Justizverwaltung konnten an diesen Demonstrationen der verurteilten Freiheits­kämpfer nichts ändern. Der hier modern gebaute Gefängnisbau der Justizverwaltung war der ungewollte Helfer der politischen Gefangenen. Die Wachtmeister, und insbesondere die eingesetzten Hilfswachtmeister aus der SS und der SA gaben sich alle Mühe, singende Demonstranten auf frischer Tat zu ertappen, aber alles war vergebliche Bemühung. Immer wieder durchbrach der brau­sende Massengesang die Stille des Gefängnisses:

Brüder, in eins reicht die Hände,

Brüder, das Sterben verlacht,

ewig der Sklaverei ein Ende,

heilig die letzte Schlacht!

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In der Hölle von Kemna

Romantisch gelegen zwischen Bergen plätschern die Wellen der Wupper in der Nähe von Bayenberg. Hier lag das berüchtigtste Konzentrationslager Westdeutschlands: Wuppertal - Kemna. Ehe­mals war das eine Garnspinnerei gewesen, jetzt hausen darin die braunen SA- Leute und foltern wehrlose Gefangene.

Jedes menschliche Recht war den Gefangenen genommen. Sie durften keine Besuche empfangen und auch keine Briefe schreiben und entgegennehmen. Die ankommenden Pakete wurden geraubt und geplündert. Eingehende Geldsendungen wurden unterschlagen.

Nacht für Nacht wurden einzelne Gefangene aus den Betten geholt und unmenschlich geschlagen, dann mit den Kleidern in die Wupper geworfen. Mit den nassen Kleidern am Leibe wurden

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